Flughafenvorlagen 27. November 2011
Warum ein NEIN zur Behördeninitiative? (1a)
Das Ausbauverbot der Behördeninitiative (1a) tönt zwar gut und verhindert einen Ausbau der Pisten. Damit bleibt aber auch die West-Ost-Piste unverändert kurz, was unweigerlich zu einer Verlagerung von Mehrverkehr auf die Nord-Süd-Achse führt. Mit veränderten Flugrouten kann die Kapazität trotzdem gesteigert werden. Es sind vermehrt Südanflüge oder sogar Südstarts zu erwarten. Ein Bauverbot allein genügt deshalb nicht, um möglichst wenig Fluglärm für möglichst wenig Menschen zu erreichen.
Warum ein Ja zum Gegenvorschlag? (1b)
Das Fluglärmforum Süd (FLFS: 32 Gemeinden im Süden, inkl. Fällanden) lehnt beide Vorlagen ab. Dies genügt ebenfalls nicht, denn nur der Gegenvorschlag (1b) des Vereins Flugschneise Süd Nein (VFSN) verhindert gleichzeitig auch neue Flugrouten, insbesondere Südstarts geradeaus über die Stadt Zürich und die Agglomeration. Ein Verbot neuer Flugrouten könnte sofort erfolgen, ohne zusätzliche Baukosten.
Die Behördeninitiative (1a) der 42 Gemeinden im Westen und Osten des Flugplatzes gibt vor, mit dem Ausbaustopp die Lärmbelastung zu begrenzen. Leider gilt dies aber für Fällanden und die weiteren Südgemeinden mit mehr als 300'000 Menschen nicht. Aus der Sicht einer Südgemeinde bringt das neue Flughafengesetz nicht die erhoffte Entlastung und ist mit dem postulierten Ausbauverbot eher eine Mogelpackung.
Wenn beide Vorlagen abgelehnt werden bleibt der Status quo und es muss neu verhandelt und wieder abgestimmt werden.
Das suchen nach Lösungen dauert nun schon mehr als 8 Jahre und kann weitere Jahre dauern. Es ist genügend Zeit verstrichen – jetzt muss gehandelt werden, sonst glaubt überhaupt niemand mehr an den Wahlspruch: ”Möglichst wenig Fluglärm für möglichst wenig Menschen”.